Schon immer fühlte ich mich auf irgendeine Weise mit den USA verbunden. Ob es die amerikanischen Nachbarn, die städtepartnerschaftlichen Beziehungen, der daraus resultierende Name meiner Straße oder einfach nur meine freundschaftlichen Beziehungen und Bekanntschaften zu Amerikanern waren, weiß ich eigentlich garnicht. Vielleicht ist das aber auch garnicht so wichtig…Die Idee des Schüleraustausch gefiel mir.

Anfang April 2007 sah ich meine Chance dann vor mir liegen. Ein unscheinbarer Hinweis in unserer Tageszeitung, der nur das Notwendigste über das Parlamentarische Patenschafts Programm verriet, der mir aber die Hoffnung machte, meinem Traum, ein Jahr in den USA verbringen zu können, ein Stückchen näher zu kommen. Ich wollte wissen, was genau das PPP ist und stieß auf diese Seite, die mir einen ersten Überblick über das Programm verschaffte. Die Bewerbungskarte war dann schnell aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt. Ein einziges Blatt. Ausgefüllt und abgeschickt – völlig unverbindlich.

Ein paar Tage später im Juni flatterten dann die ausführlichen Bewerbungsunterlagen ins Haus, die mich ein bisschen besser kennen lernen wollten. Dafür mussten ganze 18 Seiten ausgefüllt werden. Die Beantwortung der Fragen war nicht gerade leicht, wurden mir doch solche gestellt, die ich mir zuvor nicht einmal selbst gestellt hatte. Auch war es ungewohnt, mein gesamtes Leben in diese 18 Seiten packen zu müssen. Mit der Zeit füllten sich die Blätter aber… mit Ärztegutachten, Lehrergutachten, Briefen an die zukünftige Familie, Zeugnissen, Bildern, Antworten, und vorallem mit Unterschriften. Dies alles musste dann innnerhalb einer gesetzten Frist abgeschickt werden. Das tat ich dann auch 😉 . Meine Unterlagen lagen dann also Anfang Juli bei meiner Organisation auf dem Schreibtisch, was mir mit einer kurzen Mitteilung bestätigt wurde. In dieser wurde mir auch mitgeteilt, dass die Bearbeitung der Unterlagen einiges an Zeit kosten werde. Von einem Auswahlgespräch Ende November war auch die Rede. Das interessierte mich zu diesem Zeitpukt aber noch garnicht – ich war froh, dass der Stress endlich ein Ende hatte. Jetzt hieß es also erstmal warten.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Ausfüllen der Unterlagen automatisch dazu gezwungen hat mich ausführlicher mit dem Thema Schüleraustausch zu beschäftigten und mir auch darüber klar zu werden, was es bedeutet ein Jahr von zu Hause getrennt zu leben und mit Problemen während des Austauschjahres fertig zu werden. Ich denke, dass man dabei sehr schnell merkt, wie groß der Traum wirklich ist… eine Portion Durchhaltevermögen ist beim Ausfüllen zumindest von Vorteil.

Es vergingen einige Monate bis ich von den ersten Bewerbern hörte, die ihr Auswahlgespräch hatten. Langsam begann das Thema auch bei mir wieder in den Vordergrund zu treten… natürlich wollte nun auch ich eine Einladung zu einem solchen Gespräch. Ende Oktober war es dann soweit und der Termin stand fest. Am 25. November sollte ich Staatsbürgerkunde und geschichtliches Wissen mitbringen – natürlich auch etwas zu meinen Beweggründen für die Teilnahme an dem Programm sagen können.

Auf das Gespräch bereitete ich mich vor, indem ich mich sowohl mit der deutschen, als auch mit der amerikanischen Geschichte befasste, mich noch einmal genauer über die zwei Regierungssysteme informierte und auch auf die Erfahrungsberichte früherere PPP- Teilnehmer zurückgriff. [Im Nachhinein kann ich sagen, dass es von Vorteil ist, sich vorher sehr genau mit der Geschichte Deutschlands/Amerikas zu befassen]

Während des Gesprächs war ich letzendlich trotzdem sehr aufgeregt, wobei das Auswahlkommitee, bestehend aus ehemaligenTeilnehmern, eigentlich keinen Anlass dazu gab. Alles begann in der Gruppe mit etwa 10 anderen, die das gleiche Ziel verfolgten wie ich.

Zu Beginn musste sich jeder auf Englisch vorstellen – kurz über sich erzählen. Es folgten unzähligen Fragen zur Geschichte Deutschlands und Amerikas. Anschließend mussten wir uns möglichen Problemsituationen wärend des Austauschjahres annehmen und diese in der Gruppe diskutieren. Sich zu verstecken und die anderen reden zu lassen war dabei schonmal keine Lösung. Das Gruppengespräch dauerte etwa 1 1/2 Stunden. Danach hatte noch jeder von uns ein kurzes Einzelinterview. Dabei wurden persönlichere Fragen gestellt. Man sollte sich auf jeden Fall nicht verstellen und locker bleiben (…und das sagt jemand, der wärend des Einzelgesprächs keinen Satz ohne Stottern rausbekommen hat 😉 )! Letztendlich war ich froh als alles vorbei war, obwohl ich mir danach gewünscht hätte, alles nochmal anders machen zu dürfen. Uns wurde mitgeteilt, dass die Bewerber, die die besten Ergebnisse erziehlt haben, dem zuständigen Mitglied des Bundestages zur Nominierung im Februar vorgeschlagen werden. Also hieß es wieder warten. Diesmal gespickt mit unzähligen Versuchen das Gespräch aus meinem Kopf zu verdrängen, zu hoffen und auch den Gedanken an eine Absage nicht aufkommen zu lassen.

Anfang Januar erhielt ich dann einen völlig unerwarteten Anruf aus dem Büro meines Partnerabgeordneten  Dr. Hans- Peter Friedrich. Seine Mitarbeiterin teilte mir mit, dass sie einen Gesprächstermin ausmachen wolle, da Herr Dr. Friedrich die Bewerber etwas besser kennen lernen wolle. Mein Termin, der 12. Januar 08, stand also fest und ich flippte erst einmal aus vor Freude (natürlich erst nachdem ich den Hörer hingelegt hatte 😆 )

Über das Gespräch selbst lässt sich nicht viel sagen, außer, dass es in der Gruppe stattfand mit den übrigen drei Mitbewerbern aus meinem Wahlkreis. Herr Dr. Friedrich konnte dabei selbst viel von Amerika erzählen, da er einige Zeit in den Vereinigten Staaten gearbeitet hat. Das Gesprächsklima war dann auch recht angenehm…Dennoch war ich mal wieder sehr aufgeregt, sprach nur das Nötigste und kam mir teilweise etwas fehl am Platz vor. Folglich ging ich auch mit einem schlechten Gefühl aus dem Gespräch und stellte mich auf eine Absage ein. Mein Traum von Amerika schien an diesem Tag für mich geplatzt zu sein. Trotzdem musste ich noch einmal warten.

Am 18. Januar erfuhr ich dann tatsächlich, dass ich ein Jahr in den Vereinigten Staaten leben und zur Schule gehen würde. Das Ganze wurde mir von meiner Mutter mitgeteilt, die ans Telefon ging und es als erste erfuhr, während ich beim Zahnarzt saß 😆 . Obwohl die Freude riesig war, konnte ich es vielleicht deshalb die ersten Tage nicht wirklich glauben – für mich schien alles wahnsinnig weit weg und unwirklich…

Mittlerweile habe ich aber realisiert, dass mein Traum wahr geworden ist und ich heute einer der Schüler bin, die sich Teilnehmer des 25. Parlamentarischen Patenschafts Programms nennen dürfen. Dankeschön…

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I take my chance…

Dank des Parlamentarischen Patenschafts Programms werde ich tatsächlich ein Jahr in den Vereinigten Staaten von Amerika verbringen. Hier könnt ihr alles rund um die Vorbereitungen meines Austauschjahres erfahren und ab August 2008 natürlich auch über mein Leben in den USA. Bilder gibts dann natürlich auch zu sehen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich über Kommentare und Gästebucheinträge freuen!
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